Von Füchsen mit und ohne Gitarren
Im GRIPS Theater spielt das Kultmusical „Linie 1“ primär in Kreuzberg. Hingegen ist Schauplatz des aktuellen Musicals „Bülowstraße“ Schöneberg. Vier Schattenlichter sahen sich heute die letzte Aufführung von „Bülowstraße “ in dieser Theatersaison an.
Die Handlung: Mila lebt in der Bülowstraße im Herzen von Schöneberg. Mit ihrer besten Freundin Yasmin und ihrem Kumpel Timur zieht sie feiernd durch die Stadt. Denn Mila will vor allem eins: sich im Nachtleben austoben und den Alltag vergessen.
Ihr Verhältnis zu den streitenden Eltern ist angespannt, und mit Jerome taucht auch noch ein Gesicht aus der Vergangenheit auf. Mila fühlt sich zerrissen zwischen den Anforderungen des Lebens und einer inneren Leere.
Yasmin hat eine andere Vorstellung vom Leben; sie will Schauspielerin werden. Und auch Timur hat seine Geheimnisse. Ein tragisches Ereignis zwingt Mila dazu, nachzudenken, welchen Weg sie in Zukunft gehen will.
Die Handlung wird von gefühlvollen, starken Songs der erfolgreichen Musikerin LEA begleitet. Diese werden von den Schauspielerinnen und Schauspielern sehr gut gesungen und von einer aus drei Füchsen bestehenden Band, die zu jedem Song aus ihrer Höhle auftauchen, amüsant begleitet.
Die Füchse sind für die Protagonisten ein Sinnbild für Einzelgänger, die durch die Stadt streifen und irgendwann in ihre Höhle zurückkehren, in der es gemütlich warm ist und andere Tiere auf einen warten.
Die Schattenlichter fanden das Stück kurzweilig, schlüssig und ausgezeichnet gespielt, fanden aber, dass ein wenig mehr Leichtigkeit und Humor nicht geschadet hätten.
Lachen mussten alle, als ihnen auf dem Heimweg gleich in der Levetzowstraße ein Fuchs begegnete – diesmal ohne Gitarre!
Das Stück läuft wieder ab 3. Oktober.
www.grips-theater.de