Es geht um mehr als einen Grill

Es geht um mehr als einen Grill

Die Komödie „Extrawurst“ steht auf der Liste der künftigen Schattenlichter-Stücke ganz oben.

Nun nimmt das Renaissance-Theater die Komödie wieder ins Programm – das Stück lief dort schon einmal „vor Corona“ – wer bei den Theater-Tipps lange scrollt, findet unseren Bericht dazu.

Die acht Aufführungen werden vom 21. bis zum 28. Februar erfolgen.

Das Stück stammt von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die vor allem als Autoren für TV-Comedyshows tätig sind; es erinnert aber auch stark an Stücke von Lutz Hübner und Sarah Nemitz.

Die Handlung spielt im Vereinsheim eines Tennisclubs, dessen Mitglieder einen Grill für Feiern kaufen wollen. Streit entbrennt um die Frage, ob für das einzige türkische Vereinsmitglied ein zweites Gerät beschafft werden soll, weil gläubige Muslime ihre Grillwürstenicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Bald geht es – wie man sich denken kann – um viel mehr als einen Grill …

-> Trotz der eigenen Aufführungen vom 24. bis zum 26. Februar 2022 fanden sechs Schattenlichter am 28. Februar die Zeit, sich die Derniere von „Extrawurst“ anzusehen. Die vier, die das Stück zum ersten Mal sahen, waren ebenso begeistert wie die beiden, die es bereits kannten. Die schnellen Dialoge, die aktuellen Themen und das detailverliebte Bühnenbild machten die Vorstellung zu einem überragenden Erlebnis!

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Ein gelungener Abschluss des Theaterjahres

Ein gelungener Abschluss des Theaterjahres

Erst lautete die Regel „2 G“, dann „2 G plus Maske am Platz“, und drei Tage vor dem geplanten Besuch meldete sich das Theater mit der Ansage, dass laut neuster Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats zusätzlich ein tagesaktueller Test mitzubringen sei.

So war der gestrige Besuch der Schattenlichter im Kleinen Theater am Südwestkorso zwar mit etwas Aufwand verbunden, aber das lohnte sich allemal. Denn ganz abgesehen von dem durch die Maßnahmen gesteigerten Sicherheitsgefühl war auch das Bühnengeschehen höchst erfreulich.

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ brachte das engagierte Team auf die Bühne – eine von etwa einem Dutzend unterschiedlicher Produktionen des Jahres 2021. Das Stück stammt aus dem Jahr 1987, bekannter ist jedoch der gleichnamige Kinofilm aus dem Jahr 1989. Die Handlung spielt in den 1950er-Jahren in den amerikanischen Südstaaten: Die starrköpfige 72-jährige Miss Daisy Werthan, Witwe eines reichen Textilfabrikanten, verursacht mit ihrem nagelneuen Wagen einen Unfall. Während Miss Daisy ihr fahrerisches Können nicht anzweifelt, macht sich ihr Sohn Boolie Sorgen. Er engagiert gegen den Willen seiner Mutter den schwarzen Chauffeur Hoke Colburn, der sehr geduldig und offenherzig ist. Anfangs weigert sich Miss Daisy, von ihm chauffiert zu werden, doch mit der Zeit entwickelt sich aus anfänglicher Antipathie eine auf Toleranz und Verständnis basierende tiefe Freundschaft.

Mit drei Schauspielern und einem aufs Wesentliche reduzierten Bühnenbild – Sessel, Schreibtisch, Telefon, Lenkrad und zwei Sitze – gelingt es dem Kleinen Theater, die sympathische Geschichte dem Publikum zu vermitteln. Bemerkenswert sind nicht nur die auf den Punkt geschriebenen Szenen, sondern auch die Entwicklung der drei Charaktere über einen Zeitraum von 25 Jahren. Wie sie vor den Augen des Publikums altern, ist eindrucksvoll und überzeugend gespielt. Publikumsliebling ist der von Pierre Sanoussi-Bliss gespielte Hoke, der mit seiner offenherzigen Art häufiger die Wahrheit sagt, als seinem Gegenüber lieb ist, und der sich trotz diverser Schicksalsschläge nicht übers Ohr hauen lässt. Pierre Sanoussi-Bliss führte bei dieser Produktion auch Regie.

Nach einer kurzen Pause zum Jahreswechsel nimmt das Kleine Theater seinen Spielbetrieb am 14. Januar wieder auf. Als erstes wird „Er ist wieder da“ auf dem Spielplan stehen. Wer zurückscrollt, findet den entsprechenden Theater-Tipp der Schattenlichter. Als nächstes gibt es eine musikalisch-poetische Reise („Leonard Cohen – We Take Berlin“, und schließlich das Stück „Frauensache“ vom Schattenlichter-Lieblingsautorenteam Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Im Februar folgt „Drei Männer im Schnee“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner – auch hierzu gibt es bereits einen Theater-Tipp der Schattenlichter.

Das Theaterjahr 2022 beginnt im Kleinen Theater vielversprechend! Die Schattenlichter wünschen ihren Freundinnen und Freunden ein gutes und gesundes Jahr 2022. Wie gestern Abend am Eingang des Kleinen Theaters zu lesen war: „Bleiben Sie optimistisch!“

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Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater

Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater


Vier frisch geboosterte Schattenlichter zog es gestern Abend ins Schlosspark-Theater zur Dernière von „Rain Man“.

Erfolgreiche Kinofilme auf die Bühne zu bringen, ist in der Regel ein Erfolgsrezept. So auch diesmal: Die Geschichte der Brüder Charlie und Raymond Babitt, die aufwachsen, ohne voneinander zu wissen, ist auch als Bühnenstück ergreifend.

Nach dem Tod seines Vaters erbt der egozentrische Charlie nur ein paar Rosenstöcke und einen Oldtimer, während die Pflegeanstalt, in der der autistische Raymond versorgt wird, das komplette Erbe erhält.

Wutentbrannt sucht Charlie die Pflegeanstalt auf, wo ihm Raymond dadurch auffällt, dass er Detailwissen über den Oldtimer hat und Sprüche seines Vaters zitiert, die auch Charlie noch aus seiner Kindheit im Ohr hat.

Weil es Charlie nicht gelingt, den Anstaltschef zu überzeugen, ihm seinen gerechten Anteil des Erbes abzutreten, entführt er kurzerhand Raymond. Aber er hat nicht einkalkuliert, dass „Rain Man“ einen ganz eigenen Rhythmus hat! Ein Road Movie beginnt, der viele Überraschungen für Charlie bereithält und Raymond neue Erfahrungen jenseits der Anstaltstüren beschert.

Das Publikum des Schlosspark-Theaters mag es in der Regel gerne lustig. Aber in den Szenen, in denen Charlie ein emotionales Licht aufgeht oder Raymond seine neuen Erlebnisse verarbeiten muss, ist es totenstill in dem großen Publikumssaal.

Die Schattenlichter finden: Großes Theater, wenngleich einige Szenen für unseren Geschmack etwas straffer hätten inszeniert werden können!

Ob das Stück mit Tatort-Kommissar Richy Müller und mit Markus Frank demnächst anderswo aufgeführt wird, konnten wir in einer ersten Google-Recherche nicht feststellen. Aber wir können Euch einen Blick ins Programmheft des Schlosspark-Theaters empfehlen: Sehr Abwechslungsreiches steht dort auf dem Programm – von der Komödie „Rent a Friend“ über einen Abend mit dem Klimaexperten Sven Plöger bis zu politischem Kabarett und einem Neujahrskonzert. Wer Glück hat – wie die Schattenlichter gestern Abend – darf auch miterleben, wie Theaterchef Dieter Hallervorden seinen Bühnengästen nach der Dernière auf der Bühne eigenhändig Rosen übergibt.

Was man ja heutzutage nicht unerwähnt lassen kann: Auch in Corona-Zeiten fühlt sich der Theaterbesuch im Schlosspark-Theater gut an – der „2G“-Zutritt wird gut kontrolliert, und auch auf die Maskenpflicht wird hingewiesen.

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Was eine Königsente ist

Was eine Königsente ist

Erscheint die wöchentliche Kolumne des Journalisten Axel Hacke im Magazin der Süddeutschen Zeitung, oder hat die Süddeutsche Zeitung rund um Hackes Kolumne ein Magazin gestaltet? Es ist alles eine Frage der Perspektive – das erfuhren vier Schattenlichter gestern Abend im Schlosspark-Theater auf vielfältige und kurzweilige Art und Weise bei der Veranstaltung „Axel Hacke liest und erzählt“.

Sicher ist, dass Axel Hacke seit 30 Jahren geniale Kolumnen schreibt und nicht nur das geschriebene, sondern auch das gesprochene Wort erstklassig beherrscht. Wer bisher also nur seine Texte gelesen hat, sollte die Gelegenheit nutzen, ihn beim Vorlesen zu erleben.

Bei seinen Beobachtungen stützt sich Hacke zum einen auf eigene Erfahrungen – nicht umsonst hieß seine Kolumne jahrelang „Das Beste aus meinem Leben“ -, sondern auch auf zahllose Leserzuschriften, die ihn Tag für Tag erreichen. Wenn er sie für unglaubwürdig hält, recherchiert er nach – beispielsweise, als er nicht glauben konnte, dass Burger King seine Pommesverpackungen mit dem Hinweis „Vor dem Verzehr öffnen“ garniert. Ergebnis der Recherche: Es stimmt! Und das wirft bei Hacke natürlich Fragen auf: Benötigt die Zielgruppe wirklich diesen Hinweis? Und macht es geschmacklich überhaupt einen Unterschied, ob man die Verpackung vorher öffnet oder gleich mitisst?

Seit Hacke einmal über fehlerhaft übersetzte Speisekarten berichtete, erreichen ihn Zuschriften von deutschen Urlauberinnen und Urlaubern aus aller Welt. Hätten die Schattenlichter Hackes diesbezügliche Sammlung schon gekannt, als sie 2016 in Griechenland waren, hätten sie ihm sicherlich das Foto einer Speisekarte geschickt, auf der „Rinderscheiden in Knoblauchsoße“ angepriesen wurden …

Aber nicht nur falsch Übersetztes, sondern auch falsch Gemerktes amüsiert Hacke und das Publikum. Wenn zum Beispiel ein Kind im Restaurant „Königsente“ bestellen will, muss man sich gedanklich recht stark verrenken, um darauf zu kommen, wonach ihm der Sinn steht: „Kaiserschwan“, weil es „Kaiserschmarrn“ nicht richtig interpretieren konnte!

Laut Hacke können auch Büchhändler davon ein Lied singen, dass die Kundschaft sich Buchtitel nicht gut merken kann und daher die Buchhändler in Verlegenheit bringen. Hackes neustes Buch wird sicherlich zu weiterer Verwirrung beitragen, da es den nicht eben eingängigen titel „Im Bann des Eichelhechts und andere Geschichten aus Sprachland“ trägt.

Auch Songtexte haben das Zeug dazu, missverstanden zu werden. Auf die Spitze getrieben wurde das Verständnisproblem aber erst siet dem Sommer 2020. Warum? Corona-Zeit – Masken-Zeit! Da fällt das Verstehen doppelt schwer. Aber Hacke gibt sich zuversichtlich: Falls wir erst am Anfang der Pandemie stehen – wer weiß das schon? -, werden wir noch alle Profis im deutlichen Artikulieren werden.

Vom Anfang der Pandemie berichtete Hacke übrigens Folgendes: Da Lesungen mit Publikumskontakt wegen der Ansteckungsgefahr verboten waren, musste Hacke eine Lesung auf dem Lande in einem Autokino durchführen. Das Publikum saß gut geschützt in diversen Fahrzeugen, gut ausgestattet mit Speisen und Getränken. Anstelle des gewohnten Publikumsfeedbacks bekam der Autor nur unbewegliche Kühlergrills zu Gesicht – eine denkwürdige Erfahrung, auf deren Wiederholung er gerne verzichten würde. Wenn sich die Schattenlichter vor Augen halten, wie viel sie gestern Abend im Schlosspark-Theater gelacht haben, können sie sich schwer vorstellen, dass die Atmosphäre im Auto ebenso gut gewesen wäre. Also hoffen wir das Beste!

Nun war Axel Hacke leider nur einen Abend lang im Schlosspark-Theater. Worin kann also der Theater-Tipp der Schattenlichter bestehen?

Wir hätten da Dreierlei:

1. Auf www.axelhacke.de lässt sich gleich auf der Startseite Axel Hackes monatlicher „Brief auf dem Büro“ abonnieren – kostenlos und kurzweilig!

2. Wenn Corona ihn lässt, tourt Hacke in den kommenden Monaten durch Deutschland – von Leipzig in der nächsten Woche über Mainz, Heidelberg, Stuttgart und Memmingen. Karten gibt es zum Beispiel auf www.reservix.de.

3. Wer Axel Hacke auf seine Bühne lässt, hat zweifelsohne auch weitere gute Events im Angebot. Also einfach mal den Spielplan von www.schlossparktheater.de durchklicken. Die 2-G-Kontrolle am Einlass ist gründlich und zügig. Da geht man mit einem guten Gefühl ins Theater. Die Schattenlichter werden sich dort kurz vor Weihnachten „Rain Man“ ansehen, der vor wenigen Tagen Premiere im Schlosspark-Theater hatte. Wir werden berichten!

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Überlebenshilfe vom Germanisten

Überlebenshilfe vom Germanisten

Am vergangenen Wochenende machten fünf Schattenlichter eine neue Entdeckung in der Berliner Kulturszene: das Zebrano-Theater in der Lenbachstraße 7 a in Berlin-Friedrichshain!

Das kleine Theater befindet sich in einer ruhigen Wohnstraße; es ist auf Kleinkunst, Kabarett, Chanson und Literatur spezialisiert. Das abwechslungsreiche und anspruchsvolle Programm wird von einem gemeinnützigen Verein organisiert. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Vereinsmitglieder kommt das Theater ohne Subventionen aus.

Die Schattenlichter hatten – ursprünglich schon vor einem Jahr – Karten für Philipp Scharrenbergs Programm „Germanistik ist heilbar“ gekauft, doch dann kam die zweite Corona-Welle, und es dauerte bis Ende November, dass Scharrenberg wieder im Zebrano-Theater auftreten konnte. Inzwischen hat er ein neues Programm mit dem Titel „Realität für Quereinsteiger“.

Unsere Realität hat sich durch die Pandemie massiv verändert, so dass der sympathische Bonner Germanist mit seinem Programm dem Publikum eine Art Lebenshilfe oder auch Überlebenshilfe bieten will. Das geschieht höchst kurzweilig, indem Scharrenberg die verschiedensten Darstellungsformen wie Songs und Raps, Kurzgeschichten und Hörspiele, Lyrik und Showeinlagen in seine eigene Moderation einbaut.

Was Philipp Scharrenberg demnächst zu bieten hat, ist auf seiner Homepage www.philippscharrenberg.com zu finden; das Programm des Zebrano-Theaters steht unter www.zebrano-theater.de.

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