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„Die Physiker“ im Schlosspark-Theater – 16 Jahre nach den Schattenlichtern

„Die Physiker“ im Schlosspark-Theater – 16 Jahre nach den Schattenlichtern

„Die Physiker“ spielten die Schattenlichter im Jahr 2006. Nun ist das geniale Stück von Friedrich Dürrenmatt im Schlosspark-Theater zu sehen: achtmal zwischen dem 24. Februar und dem 4. März 2022.

Zum Inhalt veröffentlicht das Steglitzer Theater Folgendes:

In dem beschaulichen Schweizer Sanatorium Les Cerisiers werden zwei Krankenschwestern ermordet, angeblich von Patienten erdrosselt. Auf den ersten Blick erscheinen die Verdächtigen recht harmlos: Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Sir Isaac Newton und der dritte, Johann Wilhelm Möbius, wird von Visionen von König Salomon heimgesucht.

Doch unter dem geschärften Blick des mit dem Fall betrauten Inspektors Voß offenbart sich immer mehr, dass hier nichts so ist, wie es den Anschein hat.

In Wahrheit hat sich der Physiker Möbius in das Sanatorium zurückgezogen, um die Welt vor den Konsequenzen seiner Entdeckungen zu schützen. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hätten katastrophale Folgen für die Menschheit. Doch wie lange kann er die Verbreitung seiner Forschungsergebnisse und Ideen aufhalten, ihren Missbrauch verhindern?

Seine Gegenspielerin ist Mathilde von Zahnd, die Besitzerin und Chefärztin des Sanatoriums, die bereits Kopien der Aufzeichnungen Möbius’ erstellt hat und mithilfe seiner Formel die Weltherrschaft erringen will.

Mit mörderischer krimineller Energie macht sie das Sanatorium zur unentrinnbaren Falle, und so treibt die Handlung, allen Bemühungen Möbius‘ zum Trotz, unaufhaltsam auf eine Krise zu.

Dürrenmatts von ihm selbst als Komödie bezeichnetes Stück entstand in unmittelbarem Zusammenhang mit Robert Jungks berühmt gewordenem Sachbuch „Heller als tausend Sonnen. Das Schicksal der Atomforscher“ (1956), eine Warnung vor der atomaren Zerstörung der Erde – und heute ein Klassiker der politischen Literatur, der Generationen geprägt hat.

Dürrenmatt rezensierte Jungks Buch und erschuf mit dem Bühnenstück ein groteskes Szenario, eine ganze Welt als Irrenhaus, als der Kalte Krieg auf einen gefährlichen Höhepunkt zusteuerte, den Mauerbau.

1962, im Jahr der Kubakrise, fand am Zürcher Schauspielhaus die Uraufführung statt. „Die Physiker“ wurde sofort zum Publikumsmagneten und war in der Spielzeit 1962/1963 das meistgespielte Stück auf deutschen Bühnen.

Zum ersten Mal entstand zu dieser Zeit ein allgemeines Bewusstsein dafür, dass die Zerstörung der gesamten Erde als Ergebnis fehlgesteuerter Politik und Technologie möglich geworden war.

Die düstere Vision Friedrich Dürrenmatts hat auch Jahrzehnte später nichts von ihrer Brisanz verloren. Ein Theaterstück, das im besten Sinne aufklärt, spannend und unterhaltsam zugleich.

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Es geht um mehr als einen Grill

Es geht um mehr als einen Grill

Die Komödie „Extrawurst“ steht auf der Liste der künftigen Schattenlichter-Stücke ganz oben.

Nun nimmt das Renaissance-Theater die Komödie wieder ins Programm – das Stück lief dort schon einmal „vor Corona“ – wer bei den Theater-Tipps lange scrollt, findet unseren Bericht dazu.

Die acht Aufführungen werden vom 21. bis zum 28. Februar erfolgen.

Das Stück stammt von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die vor allem als Autoren für TV-Comedyshows tätig sind; es erinnert aber auch stark an Stücke von Lutz Hübner und Sarah Nemitz.

Die Handlung spielt im Vereinsheim eines Tennisclubs, dessen Mitglieder einen Grill für Feiern kaufen wollen. Streit entbrennt um die Frage, ob für das einzige türkische Vereinsmitglied ein zweites Gerät beschafft werden soll, weil gläubige Muslime ihre Grillwürstenicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Bald geht es – wie man sich denken kann – um viel mehr als einen Grill …

-> Trotz der eigenen Aufführungen vom 24. bis zum 26. Februar 2022 fanden sechs Schattenlichter am 28. Februar die Zeit, sich die Derniere von „Extrawurst“ anzusehen. Die vier, die das Stück zum ersten Mal sahen, waren ebenso begeistert wie die beiden, die es bereits kannten. Die schnellen Dialoge, die aktuellen Themen und das detailverliebte Bühnenbild machten die Vorstellung zu einem überragenden Erlebnis!

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Ein gelungener Abschluss des Theaterjahres

Ein gelungener Abschluss des Theaterjahres

Erst lautete die Regel „2 G“, dann „2 G plus Maske am Platz“, und drei Tage vor dem geplanten Besuch meldete sich das Theater mit der Ansage, dass laut neuster Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats zusätzlich ein tagesaktueller Test mitzubringen sei.

So war der gestrige Besuch der Schattenlichter im Kleinen Theater am Südwestkorso zwar mit etwas Aufwand verbunden, aber das lohnte sich allemal. Denn ganz abgesehen von dem durch die Maßnahmen gesteigerten Sicherheitsgefühl war auch das Bühnengeschehen höchst erfreulich.

„Miss Daisy und ihr Chauffeur“ brachte das engagierte Team auf die Bühne – eine von etwa einem Dutzend unterschiedlicher Produktionen des Jahres 2021. Das Stück stammt aus dem Jahr 1987, bekannter ist jedoch der gleichnamige Kinofilm aus dem Jahr 1989. Die Handlung spielt in den 1950er-Jahren in den amerikanischen Südstaaten: Die starrköpfige 72-jährige Miss Daisy Werthan, Witwe eines reichen Textilfabrikanten, verursacht mit ihrem nagelneuen Wagen einen Unfall. Während Miss Daisy ihr fahrerisches Können nicht anzweifelt, macht sich ihr Sohn Boolie Sorgen. Er engagiert gegen den Willen seiner Mutter den schwarzen Chauffeur Hoke Colburn, der sehr geduldig und offenherzig ist. Anfangs weigert sich Miss Daisy, von ihm chauffiert zu werden, doch mit der Zeit entwickelt sich aus anfänglicher Antipathie eine auf Toleranz und Verständnis basierende tiefe Freundschaft.

Mit drei Schauspielern und einem aufs Wesentliche reduzierten Bühnenbild – Sessel, Schreibtisch, Telefon, Lenkrad und zwei Sitze – gelingt es dem Kleinen Theater, die sympathische Geschichte dem Publikum zu vermitteln. Bemerkenswert sind nicht nur die auf den Punkt geschriebenen Szenen, sondern auch die Entwicklung der drei Charaktere über einen Zeitraum von 25 Jahren. Wie sie vor den Augen des Publikums altern, ist eindrucksvoll und überzeugend gespielt. Publikumsliebling ist der von Pierre Sanoussi-Bliss gespielte Hoke, der mit seiner offenherzigen Art häufiger die Wahrheit sagt, als seinem Gegenüber lieb ist, und der sich trotz diverser Schicksalsschläge nicht übers Ohr hauen lässt. Pierre Sanoussi-Bliss führte bei dieser Produktion auch Regie.

Nach einer kurzen Pause zum Jahreswechsel nimmt das Kleine Theater seinen Spielbetrieb am 14. Januar wieder auf. Als erstes wird „Er ist wieder da“ auf dem Spielplan stehen. Wer zurückscrollt, findet den entsprechenden Theater-Tipp der Schattenlichter. Als nächstes gibt es eine musikalisch-poetische Reise („Leonard Cohen – We Take Berlin“, und schließlich das Stück „Frauensache“ vom Schattenlichter-Lieblingsautorenteam Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Im Februar folgt „Drei Männer im Schnee“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner – auch hierzu gibt es bereits einen Theater-Tipp der Schattenlichter.

Das Theaterjahr 2022 beginnt im Kleinen Theater vielversprechend! Die Schattenlichter wünschen ihren Freundinnen und Freunden ein gutes und gesundes Jahr 2022. Wie gestern Abend am Eingang des Kleinen Theaters zu lesen war: „Bleiben Sie optimistisch!“

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Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater

Frisch geboostert ins Schlosspark-Theater


Vier frisch geboosterte Schattenlichter zog es gestern Abend ins Schlosspark-Theater zur Dernière von „Rain Man“.

Erfolgreiche Kinofilme auf die Bühne zu bringen, ist in der Regel ein Erfolgsrezept. So auch diesmal: Die Geschichte der Brüder Charlie und Raymond Babitt, die aufwachsen, ohne voneinander zu wissen, ist auch als Bühnenstück ergreifend.

Nach dem Tod seines Vaters erbt der egozentrische Charlie nur ein paar Rosenstöcke und einen Oldtimer, während die Pflegeanstalt, in der der autistische Raymond versorgt wird, das komplette Erbe erhält.

Wutentbrannt sucht Charlie die Pflegeanstalt auf, wo ihm Raymond dadurch auffällt, dass er Detailwissen über den Oldtimer hat und Sprüche seines Vaters zitiert, die auch Charlie noch aus seiner Kindheit im Ohr hat.

Weil es Charlie nicht gelingt, den Anstaltschef zu überzeugen, ihm seinen gerechten Anteil des Erbes abzutreten, entführt er kurzerhand Raymond. Aber er hat nicht einkalkuliert, dass „Rain Man“ einen ganz eigenen Rhythmus hat! Ein Road Movie beginnt, der viele Überraschungen für Charlie bereithält und Raymond neue Erfahrungen jenseits der Anstaltstüren beschert.

Das Publikum des Schlosspark-Theaters mag es in der Regel gerne lustig. Aber in den Szenen, in denen Charlie ein emotionales Licht aufgeht oder Raymond seine neuen Erlebnisse verarbeiten muss, ist es totenstill in dem großen Publikumssaal.

Die Schattenlichter finden: Großes Theater, wenngleich einige Szenen für unseren Geschmack etwas straffer hätten inszeniert werden können!

Ob das Stück mit Tatort-Kommissar Richy Müller und mit Markus Frank demnächst anderswo aufgeführt wird, konnten wir in einer ersten Google-Recherche nicht feststellen. Aber wir können Euch einen Blick ins Programmheft des Schlosspark-Theaters empfehlen: Sehr Abwechslungsreiches steht dort auf dem Programm – von der Komödie „Rent a Friend“ über einen Abend mit dem Klimaexperten Sven Plöger bis zu politischem Kabarett und einem Neujahrskonzert. Wer Glück hat – wie die Schattenlichter gestern Abend – darf auch miterleben, wie Theaterchef Dieter Hallervorden seinen Bühnengästen nach der Dernière auf der Bühne eigenhändig Rosen übergibt.

Was man ja heutzutage nicht unerwähnt lassen kann: Auch in Corona-Zeiten fühlt sich der Theaterbesuch im Schlosspark-Theater gut an – der „2G“-Zutritt wird gut kontrolliert, und auch auf die Maskenpflicht wird hingewiesen.

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